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LA2Vegas – Von Los Angeles nach Las Vegas

Was denkt ihr, ist die beste Art, um nach Las Vegas zu fahren? Genau, auf dem Motorrad und Off-Road natürlich!

In letzter Zeit ist es ziemlich selten, dass ich selber eine Tour durch die Mojave Wüste führe, aber am 01.  Mai war es soweit und es war eine ganz spezielle Tour. Das Tourende war genau zum richtigen Zeitpunkt und zwar zum Las Vegas Endurocross und zum 2013 Supercross Finale.

11 Fahrer schließen sich uns an, um mit uns eine der wohl spektakulärsten Routen nach Las Vegas zu erkunden. Uns, damit meine ich: John, unser Mechaniker und Fahrer des Begleitfahrzeugs. Russell und  Justin, die Begleit-Tourguides und ich, Uwe Diemer, endlich mal wieder Haupt-Tourguide :-). Unsere Gruppe ist großartig, mit fantastischem Sinn für Abenteuer und mehr oder weniger guter Fahrerfahrung (u. a. ein Geburtstags-„Kind“, ein Straßenfahrer ohne jegliche Off-Road Erfahrung und ein Vater mit Sohn). 724 km unerbittliches Gelände warten auf uns. Unsere Maschinen sind: KTM EXC 450 und Suzuki DRZ 400.

Als ich AdMo-Tours (vor ca. 15 Jahren) gründete, habe ich diese Routen mit viel Spaß selber ausgekundschaftet. Fantastische Strecken, die man sich so in Südkalifornien gar nicht vorstellen kann (die Routen müssen hin und wieder natürlich angepasst werden, da wir mit offiziellen Genehmigungen der Landverwaltung fahren). Im Grunde kann man sagen, dass ich jeden Stein und jedes Sandkorn auf dieser Strecke kenne. Trotzdem bin ich jedesmal aufs Neue fasziniert, von dieser unglaublich schönen Landschaft, von den Canyons und den Berggipfeln.

Um 09:00 Uhr starten wir also unsere Motorräder, bei unserem Sitz in Wrightwood, Kalifornien. Noch einmal ein kurzes Briefing über die heutige Strecke und schon sind wir unterwegs. Das Abenteuer beginnt, mit der Fahrt entlang der Ausläufer der San Gabriel Berge, die Bergkette nordöstlich von Los Angeles.  Es dauert nicht lange und schon  sind wir außerhalb der Ortschaften und fahren in die offene Wüste, entlang von Joshua Bäumen und Kreosotbüschen. Und dann sind da noch große Passagierflugzeuge. Ähm, ja, mitten in der Wüste…….auf dem Flugzeug Schrottplatz.  Glaubt mir, dass ist ein echt interessanter Ort.

Nach dem Mittagessen fahren wir auf einsamen Pfaden und durch fantastische Canyons, zum Husky Memorial. Hier wurde 1987, von der Familie und Freunden von Jim Erickson, seine Husqvarna 390 in den Boden zementiert und seine Asche in alle Himmelsrichtungen, in den blauen Wüstenhimmel, gestreut. Wir fahren weiter, auf über 161 km von schmalen Wegen, Berg auf, Berg ab, durch Sandauswaschungen und über Trockenseen und gelangen schließlich zum ehemaligen Kawasaki-Motocrosser Goat Beker. Goat ist Inhaber von Goats Sky Ranch. Ich übernachte dort seit vielen Jahren, schon lange bevor Goat das Gebäude gekauft hat. Wie sich das alles verändert hat! Mittlerweile ist es eine richtige Endurofahrer-Oase. Goat ist ein ausgezeichneter Gastgeber und tischt uns ein vorzügliches Abendessen auf. Goat’s Sky Ranch verlässt niemand hungrig!

Tag 2 der Tour war schon immer mein heimlicher Favorit. Wir überqueren die Panamint Bergkette auf ca. 1311 m, um dann hinunterzutauchen, ins Death Valley, auf ca. 61 m unter dem Meeresspiegel. Dieses unglaubliche Gebiet, mit zum Teil offenem Fahren (also überhaupt keine Wege!) und historischen Sehenswürdigkeiten (wie z. B. die Absturzstelle eines X-15 Testfluges von 1967 oder die berüchtigte Barker Ranch), kombiniert mit einzigartigen Landschaften (wie z. B. den Trona Pinnacles), sind einfach atemberaubend. Wir verknüpfen erstklassiges Enduro fahren, mit der Geschichte der Gegend und spektakulären Landschaften. Die Fahrer machen sich gut. Der Tag geht zu Ende, mit einer wunderschönen Fahrt durch die farbenfrohe Szenerie des Death Valley Nationalparks. Wir lassen den Tag, bei guter Laune und einem kalten Bier, nochmal Review passieren.

Der letzte Tag führt uns vom Death Valley nach Sin City. Wir werden unter dem Meeresspiegel starten, über ca. 110 m hohe Sanddünen fahren, durch Nadelwälder, entlang des Red Rock Canyon, um schlussendlich auf dem Las Vegas Strip hinein zu gleiten, in das Getümmel und Geglitzer von Las Vegas. Unser Abenteuer führt uns u. a. durch den Echo Canyon und zu den Überresten der Inyo Mine, hier stehen noch einige Türme und Gebäude von 1907.

Die Fahrt über die Funeral Bergkette folgt in gewisser Weise der Route der 49er. Unglaublich, wie Menschen dieses raue Gebiet vor ca. 160 Jahren durchquerten. Es ist eine Herausforderung für uns als Enduro-Fahrer, über dieses felsige Gelände zu kommen. Bei einer Felsstufe gibt sich unsere Gruppe gegenseitig Hilfestellung, um die Motorräder sicher durchzubekommen. Auf der anderen Seite der Berge erreichen wir ein ca. 13 km² großes Gebiet, mit ca. 110 m hohen Sanddünen. Diesen Berg von Sand inmitten des Tales zu sehen, ist schon beeindruckend. Das Highlight ist natürlich, in diesen Dünen zu fahren. Für gewöhnlich führe ich die Fahrer zu einer erhöhten Stelle, wo wir ein relativ einfaches Dünen-Gelände überblicken können. Ich erzähle alles über die Dünen, wie man sie liest und wie man sie fährt, usw. Leider kommt es trotzdem zu einem Unfall. Ein Fahrer ist ziemlich hart gestürzt. Wir mussten den Notarzt rufen (bei den Dünen gibt es Handyempfang, ansonsten halten wir den Kontakt zur Außenwelt, über das Satelliten-Telefon). Für unseren Kunden John war die Fahrt hier leider vorbei. Er wurde mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Las Vegas geflogen (Folge: mehrere gebrochene Rippen). Gute Besserung John!

Durch den Unfall waren wir etwas später dran. Beim ersten Casino Hotel in Nevada machen wir einen Stop, um zu Mittag zu essen. Damit es schnell geht, bestellen wir „Burger für alle“. Viele Kilometer liegen noch vor uns, wir müssen also noch einiges an Off-Road fahren. Nach all dem Wüstenfahren, waren die ausgewaschenen Wege durch die Nadelwälder westlich von Las Vegas, eine willkommene Abwechslung. Die letzten 48 km fahren wir auf Asphalt. Es ist sehr beliebt und bietet sich auch an, um die Fahrt entlang des Red Rock Canyon – bei Abendstimmung – so richtig zu genießen, bevor wir in Las Vegas eintauchen.

Das Timing ist ideal. Es bleibt genügend Zeit, um sich für das jeweilige Abendprogramm frisch zu machen.

Was für eine Leistung! Die Off-Road Kilometer von allen Teilnehmern zusammengezählt ergeben ca. 11.265 km. Das Grinsen auf allen Gesichtern gibt mir die Bestätigung, dass alle die Tour mindestens genauso genossen haben, wie ich. Auch John hat die Fahrt genossen, sobald sein Rippenbruch verheilt ist, startet er nochmal mit uns durch. See ya!

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