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Explore The Alps – Was für eine “coole” Fahrt!

Stellt euch die Alpen vor, in voller Blüte und an einem schönen Frühlingstag … so hätte es eigentlich sein sollen.…..war es aber nicht. Wir starten also unsere Explore The Alps Tour, ohne zu wissen, wie viel Regen oder Schnee uns wohl erwarten wird.

Unsere Kunden aus Kanada wollten eine unvergessliche Fahrt genießen, ohne auf Komfort zu verzichten. Die Frauen hatten zwar ihre Motorrad-Ausrüstung dabei, mieteten aber gleichzeitig einen Mercedes SLK, um bei schlechtem Wetter den Motorrädern zu folgen. Die Motorräder sind eine BMW R1200GS und eine Ducati Multistrada 1200. Ich fahre meine Lieblings-BMW, die F800R. Am Tag vor dem Tour Start, fallen die Temperaturen auf nur 5°C, mit unglaublichen Regenmengen.

Unsere Fahrt beginnt in München. Auf schmalen Nebenstraßen fahren wir in Richtung Alpen. Auf den kalten und feuchten Morgen folgt etwas Sonnenschein. Zum Mittagessen sitzen wir tatsächlich auf einer Terrasse im Freien, mit Blick auf den Walchensee. Herrlich! Wir sind jetzt in den Ausläufern von Deutschland’s höchsten Bergen und folgen der Deutschen Alpenstraße, zur „Königlichen Villa“ – Schloss Linderhof –  des bayrischen Königs Ludwig II. Ab 1870 ließ Ludwig das Jagdhaus niederreißen und baute sich einen kleinen Palast, inspiriert vom Sonnenkönig Ludwig XIV. Besonders beeindruckend ist die künstliche Venusgrotte, mit ihren Tropfsteinformationen. Perfekt integriert in die alpine Landschaft. Es gibt dort sogar einen künstlichen See in der Grotte, wo Ludwig gern, in seinem goldenen Schwanenboot, umhergondelte.

Jetzt aber weiter mit Motorrad fahren.
Wir beschlossen also noch, über das Namloser Tal zu fahren. Das ist ein ca. 30 Kilometer langes Tal, das bis auf 1360 Meter über dem Meeresspiegel geht. Eine echt witzige Fahrt, mit ein paar Serpentinen und vielen Kurven. Das war quasi ein erster Test zum alpinen Fahrkönnen 🙂

Am nächsten Tag wollen wir eigentlich die Bergstraßen in 4 Länder erobern. Das schlechte Wetter der letzten Tage ließ die Schneefallgrenze auf etwa 1200 Meter sinken. Einer meiner Lieblings-Überquerungen in West-Österreich, der Furka Pass, war wegen Schneefalls geschlossen. Wir haben dann die Alternative über den Faschinajoch Pass gewählt. Der ist 275 Meter niedriger. Auf der Spitze (ca. 1486 Meter) dachten wir, dass es besser gewesen wäre, unsere Ski mitzubringen. Wenigsten waren die Straßen eisfrei. Wir fahren weiter, von Österreich nach Liechtenstein, und machen einen kurzen Halt am Schloss Vaduz, der Residenz von Hans-Adam II, dem regierenden Fürsten von Liechtenstein. Die engste Straße die ich kenne, entlang einer Steilwand, führt uns zu einem Restaurant, von dem aus man über Liechtenstein und das Schweizer Rheintal sehen kann.

Das nächste Highlight ist die Fahrt über die Schwägalp. Ein kleiner Alpenpass, mit nur etwa 1352 Meter, am Fuße des Säntis, dem höchsten Berg im Nordosten der Schweiz. Weiter geht es nach Appenzell. Der Kanton Appenzell ist natürlich bekannt für seinen Käse, aber auch für die Landsgemeinde. Das ist eine der ältesten und einfachsten Form der direkten Demokratie. Diese findet unter freiem Himmel statt. Alle wahlberechtigten Frauen und Männer (über 20 Jahre) müssen dort persönlich erscheinen, sonst droht Strafgeld.

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Nach einem Spaziergang durch die historische Innenstadt, sind wir wieder auf der Straße. Einer seeeeeehr kurvenreichen. Eine schmale Straße, die von Appenzell in Richtung Bodensee führt, beweist die Fähigkeiten unseres Mercedes-Teams. Lisa und Wendy halten sich recht gut. Mark, Barry und ich brauchen fast nie zu warten, obwohl wir ein gutes Tempo fahren.
Zurück in Deutschland wartet ein Raclette Abendessen auf uns. Eine lokale, familiengeführte Käserei veranstaltet Raclette Abende im traditionellen Stil. Vier verschiedene Käsesorten werden erhitzt und der geschmolzene Käse wird dann auf den Teller geschabt. Dazu gibt es Kartoffel, frisch gebackenes Brot, Essiggurken und Silberzwiebel. Lecker! Zur Verdauung gibt es dann noch einen Birnenschnaps. Gut, dass die Motorräder und der Mercedes beim Hotel stehen und wir mit dem Van zum Abendessen gefahren sind.

Es ist Tag 3 der Tour, die Wettervorhersage zeigt 100% Regen, mit Temperaturen um die 5°C. Wir entscheiden uns, mit dem Van zu den Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein zu fahren. Schloss Neuschwanstein war die Inspiration für das Schloss in Disneyland. Einen wunderbaren Ausblick auf das Schloss, hat man von der Marienbrücke. Die Brücke überquert eine tiefe Schlucht mit steilen Klippen auf beiden Seiten. Darunter läuft ein Wasserfall aus den umliegenden Bergen.
Für den Besuch der Schlösser, zur Brücke wandern und in einem bayrischen Restaurant zu Mittag zu essen, benötigen wir den ganzen Vormittag. Das Wetter bessert sich und so fahren wir am Nachmittag mit unseren Motorrädern Richtung Oberstdorf. Wir fahren über den Oberjoch Pass, wo wir, auf 1178 Meter ziemlich an die Schneegrenze kommen. Auf der anderen Seite des Passes ist die Straße trocken und so haben wir viel Spaß zur Besichtigung der Erdinger Arena. Die Skisprunganlage besteht aus 5 Schanzen. Die höchste Rampe ist auf 125 Meter. Mit dem Aufzug fahren wir bis zur Panorama-Plattform. Das Wetter klart ein bisschen auf, aber die Vorhersage hat leider keine guten Neuigkeiten und die Temperaturen sollen so niedrig bleiben. So nutzen wir die Gelegenheit, zum Motorrad-Lederbekleidungs-Hersteller Held zu fahren. Dort gibt es ein Lederhandschuh Museum, mit dem größten Motorradhandschuh. Das Ding ist sogar im Guinness-Buch der Rekorde. Er ist 2,82 m hoch und 93 cm breit. Der Handschuh ist eine überdimensionale Version des TITAN Motorradhandschuh, Artikel Nr. 2910, Nr. 14 und Farbe schwarz/weiß. Um diesen Handschuh herzustellen, wurden 128 Stunden benötigt.
Jeder kauft sich einen Regenkombi, um für die weiteren Tage gewappnet zu sein.
Was für ein Tag. Eigentlich nicht schlecht, für einen winterlichen Mai-Tag. Sogar mit leichtem Sonnenschein auf der Heimfahrt. Aber jetzt ist es wieder vorbei mit dem Frühling. Das Alphorn blasen wird wegen starker Regenschauer abgesagt.

Der 4te Tag sollte uns eigentlich über die Alpen, nach Süden – Italien – führen. Ziemlich schnell ist klar, dass das heute nicht der Fall sein wird. Die meisten Alpenpässe sind wegen Schneefalls geschlossen. Nach einem kurzen Abstecher zu ein paar genialen Motorradrouten, entschieden wir uns, aus Sicherheitsgründen, zur Umkehr aus den Alpen. Die Temperaturen liegen gerade noch bei 1.5°C. Das hält sogar unsere Hardcore Cabrio-Fahrerinnen davon ab, das Dach zu öffnen und so genießen sie lieber die Heizung im Auto. Wir sind froh, um unsere Griffheizung. Dann noch der neue Regenkombi……….das ist richtig angenehm. Also…………soweit man von angenehm reden kann, bei anhaltender Regenschauer und Temperaturen um den Gefrierpunkt 🙂
Der Blick zum Himmel sieht so aus, als ob es in Richtung Westen besser wäre. Ja gut. Dann auf nach Westen! Während unserer Fahrt durch die grüne, hügelige Landschaft finden wir sogar ein paar kurze Abschnitte mit trockener Fahrbahn. Wir sind auf dem Weg zur Insel Lindau. Lindau überrascht uns mit Sonnenschein. Viele Fußgänger schlendern am Hafen entlang. Wir sitzen draußen und beobachten die Segler, die sich für die Bodenseewoche bereit machen (eine der ältesten und bedeutendsten Wassersportveranstaltungen zwischen Kiel und Genua). Für einen kurzen Moment denke ich sogar darüber nach, Sonnencreme aufzutragen. Naja, ich sage doch „kurzer Moment“. Es ist nicht notwendig, denn auch Lindau wird schließlich vom Regen eingeholt.

Für Tag 5 muss ich zurück an den Schreibtisch und die Route überarbeiten. Ein Grund ist, dass die Kunden die Tour nicht wie geplant in München sondern in Innsbruck beenden wollen und der andere Grund sind die Regenschauer. Es ist Mai. Eigentlich sollte es Frühling sein. Die Landwirte sollten bereits mit der Heuarbeit beschäftigt sein und so weiter……..stattdessen kämpfen wir uns entlang der Schneefallgrenze.
Der Ausflug auf den Berg ist heute wohl eher keine Option!
Wir beginnen unsere Fahrt entlang des Forggensee und fahren, bei Sturzregen, zur berühmten Wieskirche. Die Wallfahrtskirche wurde von 1745 bis 1754 erbaut und ist ein Meisterwerk des bayerischen Rokoko. Sie ist wie durch ein Wunder gut erhalten und befindet sich im sogenannten bayrischen „Pfaffenwinkel“. Nachdem wir unsere Füße aufgewärmt hatten (bin ich froh über die Griffheizung!) fahren wir auf schmalen Nebenstraßen zum Freilichtmuseum Glentleiten. Mit rund 60 historischen Gebäuden bietet das Museum einen detaillierten Einblick in den Alltag der Menschen in Oberbayern, ihrer Baukultur und Arbeitsumgebung.
Wir verbringen dort fast 3 Stunden, mit umher spazieren und dem Blick in die Geschichte. Schlussendlich müssen wir aber die Berge in Richtung Innsbruck überqueren. Auf der Fahrt über die extrem kurvige Kesselbergstraße, macht es den Anschein, dass wir die unterschiedlichsten Arten von Regen erwischen. Für einige kurze Momente öffnen sich tatsächlich die Wolken, um uns mit Ausblicken auf die herrliche Alpenlandschaft und die riesigen Berghänge, rund um das Olympische Dorf von Seefeld, zu belohnen.
Wir haben es geschafft! Innsbruck wir sind da! In den 5 Tagen fuhren wir ca. 1200 km auf kurvigen Alpenstraßen. Nicht schlecht für diese Wetterkonditionen. Naja, wir wissen alle, was für katastrophale Folgen diese Regenmengen hatte. Trotzdem…..durch den optimalen Standort unserer Explore The Alps Hubtour und durch unsere guten lokalen Kenntnissen konnten wir das Beste aus der Regensituation machen.

Vielen Dank und Hut ab an unsere Kunden! Ihr wart spitze!

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